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Checkliste Schwangerschaft: Formalitäten vor und nach der Geburt

Vor der Geburt des Babys sollten alle Formulare und Anträge soweit wie möglich vorbereiten sein. Wenn das Baby erst einmal da ist, hat man oft keinen Kopf mehr für den ganzen Papierkram.

Es ist also eine große Erleichterung, wenn man nur noch das Geburtsdatum, Datum, Unterschrift und den Namen ergänzen muss. Sobald die Geburtsurkunde vorliegt, kann man sie zusammen mit den Formularen eintüten und versenden.

Hier ist eine Checkliste für die Schwangerschaft in 6 Schirten beschrieben die du vor und nach der Geburt erledigen solltest:

  1. Mutterschaftsgeld
  2. Elternzeit
  3. Geburtsurkunde
  4. Krankenversicherung
  5. Kindergeld
  6. Elterngeld
Checkliste Schwangerschaft

1. Mutterschaftsgeld beantragen

Das Mutterschaftsgeld ist ein Ausgleich des Lohnes und wird im Mutterschutz gezahlt. Der Mutterschutz ist 6 Woche vor und 8 Wochen nach der Geburt. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes sollte das aktuelles Nettogehalt sein.

Mutterschaftsgeld sollte spätestens 7 Wochen vor dem Geburtstermin beantragt werden. Für die Beantragung reicht ein formloser Brief zusammen mit der Bescheinigung über die Schwangerschaft. Die Bescheinigung stellt der Frauenarzt aus.

Tipp: Falls du dir unsicher bist ob du Mutterschaftsgeld bekommst, weil du z.B. einen Mini-Job hast oder Selbstständig bist, kannst du dies mit einem Mutterschaftsgeld-Rechner überprüfen.

Wo Mutterschaftsgeld beantragen?

Das Mutterschaftsgeld kann man bei der Krankenkasse beantragen. Hier die Links zu:

Man kann den Antrag auf Mutterschaftsgeld auch beim Bundesversicherungsamt stellen. Das geht ganz einfach online oder per Post:

Bundesversicherungsamt
Mutterschaftsgeldstelle
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn

Mutterschaftsgeld: Wie lange dauert die Bearbeitung?

Die Krankenkasse muss beim Arbeitgeber die Gehaltsdaten nachfragen und anhand dieser die Höhe das Mutterschaftsgeld berechnen. Dieser Schritt dauert am Längsten, da die Krankenkasse auf den Arbeitgeber angewiesen ist.

Hat die Krankenkasse alle Unterlagen zusammen, geht es dann je meistens sehr schnell.

In der Regel dauert es 4 bis 8 Wochen nach Eingang des Mutterschaftsgeld-Antrags bis das Geld auf dem Konto ist.

Tipp: Um das ganze etwas zu beschleunigen kann man den Arbeitgeber darauf hinweisen, dass die Krankenkasse die Lohnunterlagen anfordern wird. Dann kann dieser alles dafür vorbereiten.

2. Elternzeit beantragen

Die Elternzeit muss spätestens 7 Wochen vor Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber beantragt werden. Hier sollte man unbedingt die Frist einhalten. Im Antrag muss die gewünschte Dauer festlegt werden. Die gesetzliche Elternzeit beträgt maximal 3 Jahre. Deswegen kann man die Elternzeit vor oder auch nach der Geburt des Kindes beantragen.

Man kann sie mit dem Partner gemeinsam nehmen oder nacheinander. In der Elternzeit ist eine Teilzeitbeschäftigung von bis zu 30 Stunden wöchentlich möglich. Hat man die Elternzeit für ein oder zwei Jahre genommen und möchte verlängern, muss man dies dem Arbeitgeber 8 Wochen vor Ende der Elternzeit mitteilen. Die Elternzeit muss nicht zwingend an einem Stück genommen werden.

Tipp: Viele Mütter nutzen ein weiteres Jahr nach der Einschulung ihrer Kinder. Für die Kinder und einen selbst ist diese Phase auch nochmal neu und eine Umstellung.

Elternzeit-Antrag Muster bzw. Vorlage

Eine Vorlage für den Elternzeitantrag als PDF gibt es hier. Ein Muster für den Antrag auf Elternzeit für den Vater mit einer Elternzeit von 2 Monate gibt es hier.

Tipp: Große Unternehmen stellen auch eigene Vorlage zur Verfügung. Hier einfach mal im Intranet nach “Elternzeit” suchen.

Krankenversicherung in der Elternzeit

Ist man durch den Arbeitgeber gesetzlich versichert, ist die Krankenversicherung in der Elternzeit beitragsfrei. Hat man in der Elternzeit keine Einkünfte, braucht man sich über die Krankenversicherung in der Elternzeit keine Gedanken machen.

Tipp: Elterngeld und Mutterschaftsgeld werden nicht als Einkünfte in der Elternzeit gerechnet.

3. Geburtsurkunde beantragen

Die Geburtsurkunde wird vom Standesamt ausgestellt. Die Beantragung muss innerhalb einer Woche nach der Geburt erfolgen.

Hierfür werden folgende Unterlagen benötigt:

Falls man nicht verheiratet ist benötigt man zusätzlich diese Unterlagen:

Tipp: Viele Krankenhäuser kümmern sich um die Beantragung der Geburtsurkunde. Reiche in diesem Fall die o.a. Unterlagen hier ein und spar dir so den Gang zum Amt.

Wie lange muss man auf die Geburtsurkunde warten?

Die Dauer der Erstellung der Geburtsurkunde ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In kleineren Städten geht es meist sehr schnell und man bekommt die Geburtsurkunde in wenigen Tagen abholen. Bei größeren Städten kann es Wochen oder sogar Monate dauern.

Tipp: Frage am besten vorher beim Standesamt nach wie lange du auf die Geburtsurkunde warten musst. So kann kannst du dich darauf einstellen und musst nicht immer daran denken.

Was kostet eine Geburtsurkunde für Neugeborene?

Die Kosten für eine Geburtsurkunde für das Baby belaufen sich auf ungefähr 10 Euro. Das hängt jedoch vom Standesamt ab.

Tipp: Frage am besten vorher bei deinem Standesamt nach wie teuer eine Geburtsurkunde ist. So kommen keine unerwarteten Kosten auf dich zu.

4. Krankenversicherung für das Baby

Das Baby ist ab dem ersten Tag automatisch kostenlos kranken-versichert. Einen Antrag auf Familienversicherung muss man allerdings trotzdem ausfüllen. Man erhältst diesen
von der Krankenkasse zugeschickt. Zur Anmeldung hat man die ersten 2 Lebensmonate Zeit.

Tipp: Fülle am besten alles aus was möglich ist und sende den Antrag nach der Geburt mit den fehlenden Daten und der Geburtsurkunde an die Krankenkasse. Dann ist es gleich erledigt.

Krankenversicherung für das Baby wenn unverheiratet

Sind die Eltern nicht verheiratet, so kann das Kind immer beitragsfrei familien-versichert werden. Dabei ist es egal ob es bei der Krankenversicherung der Mutter oder die des Vaters versichert wird. Ein Elternteil muss jedoch bei einer gesetzlichen Krankenversicherung sein. Hierfür spielt der Verdienst der Partner keine Rolle.

Kind privat oder gesetzlich versichern?

Dieser Punkt interessiert am meisten Lehrer und Beamte. Wenn die Eltern des Kindes verheiratet sind und eine Elternteil privat versichert ist spielt das Einkommen eine Rolle. Das Kind wird Beitragspflichtig wenn der privat Versicherte Elternteil mehr als der gesetzlich versicherte Partner verdient und die Einkommensgrenze von 4 462,50 Euro brutto überschreitet.

Tipp: Falls du dein Baby privat versichern musst, ist keine Gesundheitsprüfung erforderlich (Neugeborenennachversicherung). Hier musst du den Antrag über deinen Versicherungsmakler oder direkt über die Krankenversicherung stellen.

5. Kindergeld beantragen

Das Kindergeld kann man erst beantragen, sobald das Baby auf der Welt ist und die Geburtsurkunde vorliegt. Man kann hier den Antrag auf Kindergeld ausfüllen und ausdrucken.

Ab 2016 wird zusätzlich eine Identifikationsnummer (Steur-ID) für das Baby benötigt.

Tipp: Bereite den Kindergeldantrag schon vor, damit du nur noch das Geburtsdatum eintragen und die Geburtsurkunde beifügen musst. Die Steuer-ID kann auch später nachgereicht werden.

Woher bekomme ich die Identifikationsnummer für mein Kind?

Die Steuer-ID wird dann nach der Geburt automatisch vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) per Post zugeschickt. Eine Beantragung für Neugeborene ist nicht notwendig. Die Meldebehörde übermittelt alle notwendigen Daten an das BZSt.

Steuer-ID

Tipp: Solltest du nach drei Monaten keine Identifikationsnummer bekommen haben, dann kannst du die Daten deines Kindes dem BZSt mitteilen. Das BZSt wird sich dann mit der Meldebehörde in Verbindung setzten. (Hier weitere Infos)

6. Elterngeld beantragen

Auch das Elterngeld kann man erst beantragen, wenn die Geburtsurkunde des Babys vorliegt. Man hat hierfür bis zu 3 Monate nach der Geburt Zeit. Hier kann man das  entsprechenden Formular bzw. den Elterngeldantrag für das jeweilige Bundesland auswählen und ausfüllen.

Voraussetzung für das Elterngeld ist das Nehmen der Elternzeit.

Man kann das Elterngeld für maximal 14 Monate beantragen. Jedoch nicht mehr als 12 Monate je Elternteil. Zum Beispiel kann die Mutter 12 Monate und der Vater 2 Monate Elterngeld beantragen. 7+7 Monate sind auch möglich.

Alternativ kann man das Elterngeld auch auf 2 Jahre aufteilen. Hierbei wird der monatliche Betrag halbiert. Das kann auch steuerliche Vorteile haben.

Tipp: Fülle den Antrag soweit wie möglich aus und wende dich bei Fragen an deine Elterngeldstelle. Du kannst dort einen Termin vereinbaren oder deine Fragen telefonisch klären.